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Erste Hilfe im Schwertkampf / HEMA

Samstag, 29 November 2014 - Sonntag, 30 November 2014

Am letzten Novemberwochenende vor dem Jahreswechsel kam das Team von Gladiatores München in der Fechthalle zusammen, um sich im Rahmen eines großen, zweitägigen Erste Hilfe Kurses fortzubilden.

 

In diesen beiden aufschlussreichen und informativen Tagen setzten wir uns mit diesem sehr wichtigen Thema intensiv auseinander. So stellten wir relativ geschlossen fest, dass die „Thematik Erste Hilfe“ eine ist, der wir bisher im alltäglichen Leben wenig Beachtung schenkten. Für fast Jeden von uns war die erste und einzige Ausbildung dazu, der kleine Kurs zur Führerscheinprüfung. Diese ernste Erkenntnis verschaffte uns unser Kursleiter Andi von den Johanniter Orden München gleich zum Einstieg am Samstagmorgen und unterstrich die besondere Wichtigkeit für uns als Kampfsporttrainer mit möglichen Notfallsituationen souverän umgehen zu können.

 

 

Nach einer allgemeinen Einführung und einer kurzen Vorstellungsrunde widmeten wir uns innerhalb einer Gruppenarbeit der Frage, welche Hemmnisse dazu führen, dass es im Alltag zu Situationen kommt, wo einer hilfebedürftigen Person eben nicht geholfen wird. Das Ergebnis war in beiden Gruppen übereinstimmend, klar an erster Stelle: Unsicherheit! Die Angst davor etwas falsch zu machen. Hier wurde uns von Andi eines klar gemacht: Nur Nichts tun schadet in einer Situation in der es unter Umständen um Leben und Tod geht mehr als etwas falsch zu machen.

 

Anschließend ging es zur konkreten Materie über und wir besprachen die wichtigen Punkte des Hilfeleistens im Einzelnen: Wie das Erkennen der Notfallsituation, der richtige Umgang mit einer hilflosen Person, Überprüfen der Vitalwerte, stabile Seitenlage aber auch die Eigensicherung. Jede der besprochenen Aktionen wurde als Fallbeispiel mit den jeweiligen notwendigen Schritten in Form von Rollenspielen geübt und bescherte uns allen neben viel anschaulichem Wissen natürlich auch einen Heidenspaß, wobei so Mancher von uns zu schauspielerischer Höchstform auflief.

 

Darauf folgend befassten wir uns noch mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, die wir am Modell auch alle durchführen durften, wobei es wieder zu großem Gelächter kam als unser Frank, aus dem Trainerteam Karlsruhe seinen „Patienten“ dabei versehentlich enthauptete.

So verging der erste Kurstag im Flug und wir waren gespannt auf den Sonntag an dem wir uns dann speziell mit der Erstversorgung von Verletzungen, die im HEMA Bereich vorkommen könnten, beschäftigen würden.

 

Der zweite Tag

 

Am Sonntag wiederholten wir in der Früh eingangs noch einmal alle wesentlichen Punkte des Vortages, diesmal unter der Leitung von Korbinian, und gingen daraufhin dazu über theoretisch die einzelnen Arten von Verletzungen und deren Erstversorgung zu besprechen. Im Anschluss wurde das Anlegen diverser Verbände in der Praxis geübt. Dabei kassierte der Ein oder Andere gelegentlich schon mal ein paar skeptische Blicke und kritische Kommentare von seinem „Übungsopfer“, sehr zur Belustigung der restlichen Teilnehmer.

 

Später übten wir den Umgang mit der Situation eines Verletzungs-Zwischenfalles beim Fechten noch einmal anhand eines Rollenspiels, bei dem jeder nur die Informationen über seine eigene Rolle erhielt. Diese Situation wurde anschließend in einer gemeinsamen Diskussion analysiert: Wie wir die Lage beurteilt, das Gelernte angewendet und was wir hätten besser machen können. Und selbstverständlich wurde in der folgenden Pause die „Verkleidung“ der Verletztenrolle zum Gegenstand allgemeiner Erheiterung, der sich auch Übungsleiter Korbi nicht entziehen konnte.

 

Besorgniserregende Erkenntnis für die HEMA Gemeinde

Ein weiterer für uns sehr wichtiger und speziell in den Kurs implementierter Punkt folgte am Nachmittag. Wir erarbeiteten das sichere Abnehmen der Fechtmaske unter Schutz der Halswirbelsäule in Anlehnung an die Motorrad-Helmabnahme bei einem bewusstlosen Patienten.

 

Dies stellte sich als äußerst schwieriges Unterfangen heraus. Es machte selbst unseren Kursleiter Korbinian stutzig, wie kompliziert es sein kann die Kombination aus Hinterkopfschutz und Fechtmaske, in der im Gegenteil zum Motorradhelm unser Kinn eingeklemmt wird, abzunehmen. Sobald jemand auch noch eine unpassende bzw. zu kleine Maske trägt, wird es so gut wie unmöglich die Maske ohne wesentliche Bewegungen der Halswirbelsäule abzunehmen.

 

Deswegen appellieren wir an alle, die Maskentraining oder Freifechten praktizieren: Bitte tragt zum einen immer Masken, die euch auch passen! Und zum anderen, informiert und übt euch darin, wie man Masken in solchen Situationen abnimmt. In der darauffolgenden Woche hatten wir unser großes Freikampfturnier, bei dem wir exakt diese Problematik auch sämtlichen Gästen und Teilnehmern präsentierten. Solltet ihr Fragen dazu haben, scheut euch nicht uns anzusprechen, wir stehen euch mehr als gerne zur Verfügung!

 

Unser Team hat nach diesem Kurs ein sehr interessantes Wochenende mit ernstem Hintergrund hinter sich. Dabei gab es gerade für den HEMA Bereich auch einige sehr besorgniserregende Erkenntnisse, aber wir fühlen uns jetzt etwas sicherer im Ernstfall mit einer Notfallsituation umgehen zu können, von der wir hoffen, dass sie nie eintreten wird. Ein Dankeschön nochmal an die Johanniter Orden in München für den tollen Kurs!

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