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M-Net 2016

Sonntag, 10 Juli 2016

Öffentlichkeitsarbeit für den HEMA Sport

Das Schwert, Schwertkämpfer und Ritter ...

Jeder kennt diese Begriffe und für viele, jung wie alt sind sie auch mit einer ganz besonderen Faszination verbunden. „Game of Thrones“, „Vikings“ und „Herr der Ringe“ zählen zu den erfolgreichsten Filmen bzw. Serien der letzten Jahrzehnte. Aber immer noch wissen heutzutage die wenigsten, dass Ritter, Adlige und die Bürger des europäischen Mittelalters eine fundierte und ausgearbeitet Kampfkunst und -kultur hatten.

 

HEMA bzw. die historischen europäischen Kampfkünste sind ein relativ neuer Sport und noch immer kennen hier in Europa kaum oder wenige die eigenen, kampftechnischen Wurzeln. "Für Kampfkunst sind die Asiaten zuständig. Europäische Schwertkämpfer wie Wikinger oder Ritter, die haben ordentlich drauf gehauen." - so die Auffassung der breiten Öffentlichkeit. Damit diese wenig zutreffende Allgemeinaussage weniger wird, müssen wir unseren Sport weiter publik machen. Und aus diesem Grund besucht Gladiatores, mit einem großen Infostand und einer Action-Area, jedes Jahr im Juli  das Münchner Sportfestival (M-Net) am Königsplatz und im Herbst zwei Tage lang das Streetlife Festival auf der Leopoldstraße – eines der größten Straßenfeste weltweit.

 

"Aufklärungsarbeit"

Unser Ziel ist es, die historischen europäischen Kampfkünste gerade bei den Menschen die ein Faible für das Mittelalter und / oder die Kampfkunst haben, publik zu machen.

 

Deshalb waren wir am Sonntag, den 10. Juli 2016 wieder mit auf dem M-Net bzw. Münchner Sportfestival. Das M-Net ist mehr als nur ein Straßenfest. Es präsentieren sich dutzende Sportarten. Von alten Bekannten wie Beachvolleyball und Fußball, über Neuere wie Poledance und American Football bis hin zu absoluten Trendsportarten wie dem "Slacklinen". Hier wird sogar jedes Jahr die Weltmeisterschaft abgehalten. Natürlich konnten wir nicht mit den unglaublichen Moves der Slackline - Profis mithalten, doch wir genossen auch in diesem Jahr erneut die Toplage, direkt neben der Slackline Area und dem "Erdinger Alkoholfrei" Stand. Damit war bei uns auch immer mit Interessenten zu rechnen.

 

 

Mit einem fast 20 Frau & Mann starken Team aus Mitgliedern und Trainern waren wir mit unserer Action- und Show-Area vor Ort und präsentieren dort nicht nur unseren Sport in Form einer Bühnenshow, sondern ließen hunderte von Besuchern an unsere Waffen, erklärten, ließen ausprobieren und weit über 200 Leute durften in einem Einsteigerworkshop ein Langschwert führen und erste Hiebe und Paraden ausführen.

 

Faszination besonders bei den Kleinen

Dabei waren gerade die Kleinen wie immer unsere größten Fans. Die großen Kinderaugen und greifenden Hände, die auf unsere Waffenständer zustrebten, brachten uns manchmal schon ins Schiwtzen. Aber es gibt fast kein schöneres Bild, wenn ein kleines Mädchen oder Bub fasziniert ein Schwert in den Händen hält, dass nochmal ein gutes Stück größer ist als sie oder er selbst.

 

 Und da spielt es dann auch keine Rolle ob nun Junge oder Mädchen. Die Faszination ist bei beiden oft gleich groß!

 


 

 

Die Gladiatores Action- & Show-Area

Im letzten Jahr schon wurde eigens für die Präsentation auf solchen Events von uns ein großer Stand angeschafft. Dabei sollte dieser immer eine Kombination aus den beiden Welten in denen wir uns bewegen darstellen: Dem historischen Touch des Mittelalters, dem unsere Kampfkunst entstammt und dem modernen Sport, zu dem sich HEMA ebenso entwickelt.

 

In jedem Jahr und bei jedem Event stellt es für uns immer wieder eine neue Herausforderung dar, den Stand so aufzubauen und zu präsentieren, dass er zum einen auffällt, zugänglich ist aber uns gleichzeitig die Möglichkeit lässt zu kontrollieren ob wirklich nur Menschen und nicht unsere Waffen den Stand wieder verlassen.

 

Wir praktizieren ein sehr offenes und kundenfreundliches System. Jeder darf und soll unter Aufsicht unsere Waffen in die Hand nehmen. Gerade das Erleben und das Fühlen ist bei den vielen Interessierten etwas sehr wichtiges. Man kann sich aber vorstellen, wenn der Andrang groß wird, dass dies eine besondere Herausforderung an unsere Trainer darstellt. Wir haben mit den Schulwaffen für die Workshopteilnehmer über 100 Waffen am Stand und einige davon sind sehr wertvoll.

 

Jedoch sind wirklich der Großteil aller Leute immer sehr vernünftig, vor allen Dingen aber unglaublich wißbegierig. Daher waren unser Trainerinnen und Trainer auch in diesem Jahr im Dauereinsatz und ein Verlust an Waffen ist auch nicht zu beklagen.

 

Was uns mal wieder bestätigt und weiterhin davon überzeugt, dass man einen offenen Stand an einem Event mit 30.000 Besuchern realisieren kann und dies den Leuten auch Freude macht. Wir freuen uns dass die Leute so zahlreich und auch mit so vielen Fragen unseren Stand besucht haben.

 

Die Workshops

Die Besucher sollen aber noch viel mehr erleben, als einfach ein Schwert in die Hand zu nehmen und ein paar Infos darüber zu bekommen. Unsere Workshops bei solchen Events sind darauf ausgelegt, den Besucher in 20 Minuten mit den ersten Techniken des Schwertkampfs vertraut zu machen.

 

Dabei erleben wir genau die bunte Mischung aus Menschen, die wir auch aus dem täglichen Unterricht kennen. Besonders viele Frauen nutzen am M-Net die Gelegenheit und greifen zum Schwert.

 

Aber auch Eltern mit ihren Kids sind bei fast jedem Workshop mit dabei. Bei den ganz Kleinen geht natürlich noch kein Techniktraining - aber das ist egal. Sie dürfen ein Schwert halten und mit Mama oder Papa "kämpfen". Da ist die Begeisterung groß und auch das Erlebnis.

 

Dieses Jahr waren, genauso wie im Letzten, die Workshops für unser Team eine besondere Herausforderung. Temperaturen von über 30 Grad und eine gnadenlose Sonne von einem fast durchweg blauen Himmel machten die Arbeit am Königsplatz zu einer Prüfung. Immer wieder fragten wir uns, wie es die Leute bei diesen Temperaturen fertig brachten freiwillg Sport zu machen. Aber die Begeisterung war wirklich so groß, dass sie sich nicht abhielten ließen. Bei aller Härte der Pflicht natürlich zu unserer Freude!

 

 

Das Turnier

In diesem Jahr hatten wir noch eine besondere Attraktion für unsere Besucher bzw. die Besucher des Sportfestivals in Petto. Wir wollten ein kleines Freikampfturnier abhalten. Dieses war für 15 Uhr Nachmittags angesetzt und wir hätten uns weder eine "bessere" Zeit, noch einen "besseren" Tag aussuchen können ;-) Denn bei weit über 30 Grad waren wir eigentlich kurz davor dieses Turnier abzusagen!

 

Die Belastungen für die Kämpferinnen und Kämpfer in ihrer Schutzausrüstung sind schon bei einer normalen Klimatisierung sehr hart - bei den Temperaturen an diesem Tag war dies aber wirklich grenzwertig. Dennoch konnten wir unsere Starter nicht davon abhalten zu fechten. Und es stellte sich auch als wahrer Publikumsmagnet heraus. Zwar konnten wir noch immer nicht mit der Slackline Area mithalten, aber dennoch scharten sich, als die Klingen gekreuzt wurden, an die 100 Leute um unsere Action-Area.

 

Die Show

Schon im letzten Jahr wurde eigenes für das M-Net eine Show von uns auf die Beine gestellt. Diese Vorführung sollte zum einen die Dynamik, Explosivität und Präzision des Schwertfechtens zeigen, zum anderen aber auch die Zuschauer nicht mit Fragezeichen vor der Bühne stehen lassen. Wir wissen, das „reale“ Kampfkunst und Techniken oft in einem Geschwindigkeitsbereich abläuft, in dem selbst der erfahrene Kampfsportler den einzelnen Techniken nicht mehr folgen kann oder zu erkennen vermag welche Techniken nun miteinander kombiniert wurden. Daher begannen wir eine Show zu entwickeln, deren Techniken zum großen Teil auf unserer Grundschule, also dem Fechten aus dem Nach basieren.

 

Diese Show setzt sich zusammen aus einem ca. 3 minütigen Part in dem es richtig zur Sache geht und wir ohne Erklärung die Waffen sprechen lassen. Dabei ist jede Sekunde durchchoreographiert und wir haben ingesamt 9 Kämpferinnen und Kämpfer abwechselnd auf der Bühne. Anschließend erklärten wir anhand von Erläuterungen in etwa 10 Minuten, jede Waffe die in der Show präsentiert wurde. Und dies mit Begriffen und bildhaften Erklärungen, die es auch historisch wenig Bewanderten ermöglicht die Umstände zu verstehen. Danach lassen wir nochmals eine Minute die Waffen sprechen: Freikampf unchoreographiert.

Dieses Jahr hatten wir gefühlt mit die meisten Zuschauer vor der Bühne. Geschlagen nur von den Poledance Mädels ... aber da kann man wenig machen ;-)

 

Resümee

Abschließend können wir sagen, dass wir auch in diesem Jahr viel Spaß und Freude daran hatten euch - also allen HEMA- und Schwertkampf-Interessierten unser faszinierendes Hobby ein Stück näher zu bringen.

Wir freuen uns auf das nächste Event!

Euer Gladiatores Team

Freitag, 15 Juli 2016

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