Paulus Hector Mair

Geb. 1517 / Verst. 1579 / Ziviler Fechter, Sammler von alten Fechtmanuskripten und mittelalterlicher "Playboy"

Paulus Hector Maier wurde in Augsburg in mittleren Verhältnissen geboren, er erhielt Unterricht im Ringen und Fechten und wurde Schreiber im Dienst der Stadt Augsburg, deren Stadtkassierer und später auch Proviantmeister.

 

Seine Faszination der Fechtmeister und der Kampfkunst war derart groß, dass er sich in Unkosten stürzte und immense Schulden machte, um sein eigenes Werk zu verfassen. Dazu heuerte er nicht nur zwei erfahrene Fechtmeister an, sondern auch den Maler Jörg Breu den Jüngeren. Außerdem waren seine ausschweifende Feste und sein aufwendiger Lebenswandel in der ganzen Stadt bekannt.

Die beiden Werke die er uns hinterlässt zählen zu den schönsten und umfanreichsten Fechtbüchern aus dem zu Ende gehenden Mittelalter. Eines der Werke beschäftigt sich unter anderem mit dem Turnier- und Harnischfechten. Im anderen tauchen Waffen auf, die damals sicher im Krieg eingesetzt wurden, von denen jedoch wenige oder gar keine Fechtmanuskripte erhalten sind. Dabei unter anderen die Sichel, der Kriegsflegel oder die Sense.

 

Diesen Lebenswandel und seine Obsession, das Fechten, finanzierte er wohl nicht nicht nur durch sein Einkommen sondern auch durch das Vermögen der Familie und relativ sicher auch durch Einnahmen de Stadt selber. Diese Veruntreuung kam 1579 ans Licht und daraufhin wurde Paulus mit 62 Jahren unrühmlich als Dieb gehängt.

 

Wichtigste Werke: