Das Lange Messer*

 

Das Langmesser ist eine Waffe mit einer sehr interessanten Geschichte.

Das Messer ist im Grunde eine Waffe die aus einem Werkzeug entstanden ist. Das Messer war dem gemeinen Volk und dem Bauer als einzige Waffe erlaubt und konnte, in Folge einer Modeerscheinung Höfe und Fechtmeister Europas begeistern. So sehr, dass im späten Mittelalter der Söldner oft kein kurzes Schwert mehr an der Seite trug, sondern als Beiwaffe ein langes Messer.

Außerdem ist das, was wir im Langmesser fechten wohl die Grundlage vieler Techniken, die damals und heute mit dem Langen Schwert gefochten werden. Dies sieht man zum einen an der Benahmung bestimmter Waffenteile beim Langschwert und zum anderen an der Adaption manchner Techniken, die eigentlich im Langschwert nicht notwendig wären, dennoch so ausgeführt und zweifelsohne vom Langen Messer stammen.

 

Das Langmesser oder in seinen anderen Formen auch Kriegs- und Großmesser zeichnet sich vor allen Dingen durch ein wesentliches Merkmal aus: Den Wehrnagel, der auch Pint oder Rüstnagel etc. genannt wird. Dies ist ein Dorn, der senkrecht auf dem Heft angebracht ist. Er wurde montiert, da die frühe Form des Wehrmessers keine Parierstange aufwies oder vielleicht auch aufweisen durfte. Somit war es dann möglich auch ohne Parierstange einen Hieb zu versetzen oder gefahrenfreier zu winden.

Das weitere wichtige Merkmal des Langen Messers ist seine einschneidige Klinge. So war es eben nur Adligen oder höher gestellten Personen erlaubt, zweischneidige Waffen, also Dolch und Schwert zu führen. Ausnahme bildeten die mit einem Fechtbrief ausgestatteten und daher ausgebildeten Doppelsöldner des späten Mittelalters. Um diese Regelung jedoch zu umgehen, schliff man den Messer eine sogenannte "falsche Schneide" oder auch "kurze Schneide" an. So wurden einige Zentimeter von der Spitze weg, der Rücken der Klinge angeschliffen. Daher stammen eben auch die Bezeichnungen, die wir ebenso im Langschwert antreffen: Kurze und lange Schneide.

Der Dussack - reale Waffe oder Faible?

Eine besondere Art der Waffe stellt der bei uns so genannte "Dussack" dar. Dies ist eine Waffe, die keine Parierstange besitzt, aus einem einzigen Stück Stahl geschmiedet scheint oder in den Abbildungen sogar nur aus Holz gefertigt auftaucht. Auch Joachim Meyer, seines Zeichens einer der letzten großen Fechtmeister der deutschen Schule widmet in seinem 1570 erschienenem Werk einen nicht unbeträchtlichen Teil.

 

Wir denken heute, dass der Dussack zum eine Übungswaffe gewesen ist und den Fechtern damals eine gewisse Faszination bereitet hat und aber auch eine sehr einfache Bauernwaffe war. Das Wort Dussack stammt aus dem böhmischen und bedeutet in seiner ursprünglichen Form "Tesák" etc. eigentlich Hirschfänger - also die Bezeichnung, die im Deutschsprachigen Raum ein langes, einschneidiges- früher sogar zweischneidiges Jagdmesser. Dieses Messer wurde dazu benutzt das Wild,  wenn es bereits angeschossen war abzufangen und zu töten. In Böhmen wird das Langemesser auch heute einfach nur Dussack genannt. Angeblich soll in früherer Zeit eiserne Hirschfänger mit einem Griffbügel existiert haben, was wiederrum die Brücke zum Dussack, wie wir ihn auf den Abbildungen der Fechtbücher sehen schlagen würde.

 

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