Die Stangenwaffen*

 

Zweikampfheld und Schlachtenreihengott

Die Sparte der Stangenwaffen ist sehr weitläufig. Unzählige Anwendungsmöglichkeite und daher auch unzählige Formen liegen uns aus dem Mittelalter vor.

Der häufigste Gebrauch der Stangenwaffe war natürlich der als Infrantriewaffe und daher für die Schlachtreihe als Einsatz gegen Reiter und Kavallarie gedacht. Die erste und Jahrtausendlang wichtigste Waffe jedes Kriegers war der Speer. Aus diesem entwickelten sich im Spätmittelalter bis zu 6 Meter lange Pieken, die zum einen eingesetzt um heranstürmende, schwere Kavallerie auszuschalten oder gegen anderen "Haufen" mit Piken zu kämpfen. Auch wurden zahlreiche Waffen, wie der "Roßschinder" eigenes dafür entwickelt Pferd und Reiter zu Fall zu bringen. Jedoch gibt es auch Stangenwaffen, die als Duellwaffen - also für den Kampf Mann gegen Mann zu Boden - ausgelegt waren. Darunter befindet sich unter anderem die Mordaxt und auch de Stab. Letzteren treffen wir in sehr unterschiedlichen Längen an.

 

Die Mordaxt:

Sie war eine ganz spezielle Waffe, die einzig und allein dafür geschaffen wurde, einen stark gerüsteten Gegner zu Fall zu bringen oder ernsthaft zu verletzen.


Der Stab:

Den Stab gibt es in unterschiedlichen Längen. Die Engländer sprechen vom sogenannten "Quarter Staff". dem "Short Staff" und dem "Long Staff", wobei man sich bei den Längen nicht so ganz einig ist. So wird der Quarter Staff meist im Bereich zwischen 2 und fast 3 Metern angesetzt und damit auch als Short Staff bezeichnet. Der Long Staff ist dann ein Stab der über 3 Meter, bis zu 4 Metern lang ist.

In den Fechtbüchern finden wir vor allen Dingen bei Paulus Hector Mair den Stab und dort auch in seiner kurzen Länge von unter 1,80 Meter, wo er ihn einfach als Stab bezeichnet und den Langstab, der er als "Langer Spieß" bezeichnet.

 

Die Hellebarde oder Helmbarte

Eine besondere Form der Stangenwaffe ist auch die Hellebarde oder Helmbarte. Bereits in früher Zeit wurden ähnliche Waffen in der chinesischen Kriegsführung eingesetzt. Die Hellebarde entwickelte sich aus dem Roßschinder und hat eine wesentlich stärkere Hiebwirkung (Barte = Beil). Gleichzeitig konnte man starke Stiche austeilen oder wenn die Waffe an der Versatzung des Gegners vorbei war, aber nicht getroffen hatte auch Reißen. So war sie eine vielseitig einsetzbare Infrantriewaffe.

Eine besondere Bedeutung gewann die Hellebarde zur Zeit der Pikenhaufen. Sobald eine Bresche im Pikenhaufen entstand, also ein Mann gefallen war, versuchten die Hellebardiere die Piken zu binden und in den Haufen einzudringen. Diese Technik des Bindens wurde natürlich auch durch die Form der Hellebarde unterstützt.



Beispiele für Stangenwaffen:

Die Hellebarde

Die Gleeve

Der Roßschinder

Die Pieke

Die Partisane

Der Aal

Der Luzerner Hammer

 

*Bildquelle = Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

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