Die Französische Schule

 

Unter der franzöischen Schule des Fechtens verstehen wir heute die Kunst Duelle mit dem Hofdegen bzw. Galantariedegen / Smallsword auszufechten - dies stellt jedoch nur den Endpunkt der Entwicklung der französischen Fechtmeiste dar.

Das in Frankreich Kampf- und Fechtkunst schon seit dem frühen Mittelalter betrieben wurde ist unbestritten. Französische Ritter und Adlige galten lange in Europa mit als die ehrenvolle und excellente Kämpfer. Das Mordaxt Fechtbuch "La Jeu de Hache" aus dem 15 Jahrhundert ist ein Zeugniss der Ritter- und Turnierkultur der Franzosen und auch im jahrhunderte langen Konflikt zwischen England und Frankreich bewies die französische Ritterschaft oft ein fast schon fanatisches Festhalten an Begriffen wie Ehre und Mut. Jedoch erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts begannen französische Adlige damit eigene Fechtbücher herauszugeben. Charles IX von Frankreich gründete 1569 die "Académie des Maistres en faits d’armes de l’Académie du Roy". Im Jahr 1573 gab Henry de Saint Didier sein Fechtbuch "Traicté contenant les secrets du premier livre" heraus, welches Charles dem IX gewimdet war, und sich unter anderem mit dem Seitschwert auseinandersetzte.

 
Die Duellkunst mit dem Hofdegen

Im 17. Jahrhundert wurde das lange Rapier Stück für Stück von kleineren und schmäleren Klingen abgelöst: dem sogenannten Hofdegen. Eine ausschließliche Duellwaffe, die für die Entwicklung vom Hieb- zum reinen Stoßfechten steht. So waren zwar keine schweren und somit lethalen Hiebe mehr möglich, jedoch waren die sehr schmalen und steifen und damit sehr präzisen Klingen prädestiniert für blitzschnelle und tötliche Stiche in die Herz- und Lungengegend sowie zum Kopf. Diese Waffen waren nicht mehr für den Gebrauch in der Schlacht vorgesehen, sondern stellten für den Träger ein Symbol von Stand, Wohlhaben und Ehre dar. Und natürlich dienten sie gleichzeitig zur Verteidigung des eigenen Lebens und zum Ausfechten von Duellen unter klar definierten Rahmen und Regeln.

Diese Kunst wurde vor allen Dingen von den Meistern aus Frankreich dominiert und somit stammen auch viele der schön illustrierten und bebilderten Werke aus der Hand französischer Fechter.

Durch die strenge Reglementierung der Duelle gewann die französische Schule mehr und mehr einen "sportlichen" Charakter, selbst wenn das Ziel immer noch die Aufgabe des Gegners durch Kampfunfähigkeit oder dessen Tod gewesen war. Im Laufe der Zeit und mit Abschaffung des absolutistischen Regierungssysteme wurden Duelle verboten und aus diesem Duellsystem entstand unter Zuhilfenahme von ersten Schutzmaßnahmen das heutige Sportfechten.

 

Die wichtigsten Namen und Fechtbücher der französichen Schule sind:

  • "La Jeu de Hache" - Das Spiel der Axt. Mordaxt- & ritterliches Fechtbuch
  • Charles der IX gründete 1567 eine Fechterakademie
  • Henry de Saint Didier
  • Monsieur L'Abbat
  • Pierre Jacques Francois Girard
  • Domenico Angelo